Die Bedeutung des UWG für das Telefon- und E-Mail-Marketing

18. August 2017 - 8:33

Bei der Kundenakquise greifen Unternehmen zu unterschiedlichen Strategien. Telefon- und E-Mail-Marketing sind in diesem Zusammenhang besonders beliebt. Allerdings müssen sich Werbetreibende hierbei an gewisse Regeln halten. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, kurz UWG genannt, gibt den rechtlichen Rahmen vor. Der folgende Text klärt auf.

Telefon und E-Mail stellen direkt und einfach einen Kontakt zum Kunden her. Die Vorteile - etwa gegenüber einem Schreiben mit der Post - liegen auf der Hand: Sowohl Anrufe als auch E-Mails sind kostengünstig, tragen zur Kundenbindung bei und liefern einen speziellen Service. Im direkten Gespräch am Telefon kann der Werbetreibende auf die Aussagen des Kunden eingehen und erfahren, wo seine Bedürfnisse liegen. E-Mails sind besonders interaktiv, da Links eingebaut werden können, die dem Kunden zusätzliche Informationen liefern.

Wie bereits einleitend erwähnt wurde, setzt das UWG den Werbetreibenden gewisse Grenzen. Das Ziel dieses Gesetzes besteht darin, nicht nur Mitbewerber, sondern auch Verbraucherinnen und Verbraucher sowie andere Marktteilnehmer vor unlauteren - also betrügerischen oder unehrlichen - geschäftlichen Handlungen zu schützen. So sorgt es für einen unverfälschten Wettbewerb.

Für das Telefon- und E-Mail-Marketing ist vor allem § 7 UWG zu beachten. Verstößt ein Unternehmen gegen die im Folgenden genannten Regeln, droht eine Abmahnung. Aus diesem Grund sollten sich alle Werbetreibenden intensiv mit dem UWG auseinandersetzen.

Sowohl beim Telefon- als auch E-Mail-Marketing gilt der folgende Grundsatz: Privatpersonen ohne deren vorherige ausdrückliche Zustimmung zu kontaktieren, ist verboten, da dies eine unzumutbare Belästigung darstellt. Wie müssen sich Unternehmen also verhalten, wenn sie keine Abmahnung provozieren möchten? Unter welchen Voraussetzungen können Kunden trotzdem kontaktiert werden?

Private Haushalte dürfen also nur dann kontaktiert werden, wenn sie im Vorhinein zugestimmt haben. Bei einem Telefonat reicht es nicht aus, wenn der Angerufene zu Beginn des Gesprächs seine Einwilligung gibt. Dies hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil bestätigt und führte als Begründung an, dass der Anruf an sich bereits eine unzumutbare Belästigung gemäß § 7 UWG darstelle. Bei Newslettern sollten sich Unternehmen grundsätzlich an das Double-Opt-In-Verfahren  halten. Zunächst muss der Empfänger eine Bestätigungsmail erhalten. Erst wenn dieser dann den in der Mail enthaltenen Link anklickt, darf ein Newsletter verschickt werden.

Bei Bestandskunden bzw. im B2B-Bereich sind die Regelungen nicht ganz so streng wie im B2C-Bereich, allerdings sollten sich Unternehmen auch hier mit den gesetzlichen Grundlagen vertraut machen. Gemäß § 7 Abs. 3 UWG ist das Zusenden von Werbematerial oder ein Anruf nur dann erlaubt, wenn das Unternehmen die Kontaktdaten im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Ware bzw. Dienstleistung erhalten hat. Des Weiteren muss es sich um Direktwerbung für ähnliche Produkte handeln. Der Kunde darf der Verwendung seiner Daten außerdem nicht widersprochen haben und muss darauf hingewiesen werden, dass er der Verwendung zu einem beliebigen Zeitpunkt widersprechen kann, ohne dass hierfür andere als die Übermittlungskosten nach den Basistarifen entstehen.

Den kostenlosen Ratgeber mit weiteren Informationen zum Thema „„UWG: Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb“ finden Sie hier. Zusätzlich bietet das kostenlose Ratgeberportal www.abmahnung.org viele weitere Informationen und Ratgeber zu Themen wie Unterlassungserklärung, Vertragsstrafe, rückwirkende Abmahnung und vieles mehr.

 

Über den Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.

Der BvdR. E.V.  ist der Zusammenschluss von Rechtsjournalisten und Rechtsanwälten aus ganz Deutschland, die Rechtsbeiträge zu verschiedensten Themen auf den Portalen arbeitsvertrag.org, scheidung.org, abmahnung.org und rechtsanwaltfachangestellte.org veröffentlichen.

Der Verband wurde im August 2015 von dem Rechtsanwalt Mathis Ruff in Berlin ins Leben gerufen.  Übergeordnetes Ziel ist es, umfassende Informationsportale zu schaffen, auf denen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über sämtliche relevanten Rechtsbereiche in Deutschland informieren können. Zudem wird ein deutschlandweites Anwaltsverzeichnis aufgebaut  und gepflegt. Der Verband sieht sich an dieser Stelle ausschließlich als Informationsplattform und bietet daher keine Rechtsberatung an. 

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.