Runter mit dem Geräuschpegel - Rauf mit der Mitarbeiter-Behaglichkeit

12. Oktober 2018 - 14:14
Jens Bestmann, ProCom-Bestmann

Autor:   Jens Bestmann

Der Mix aus technischen sowie mobilen Lösungen führt zum Glück dazu, dass am Ende ein nicht zu unterschätzendes Wohlbefinden der Belegschaft steht.

Sätze, speziell bei raumakustischen Veränderungen, wie: „Da kostet ein Vermögen!“ fallen in die Kategorie Ammenmärchen. Die Realität spricht da eine andere, kostengünstigere Sprache, denn durch die effiziente Nutzung des Raumes wird sogar noch einiges an finanziellen Investitionen gespart. Ganzheitliche Lösungen, den Lärmpegel einzudämmen und damit Gesundheitsrisiken effektiv zu mindern, müssen nicht zwingend teuer sein, im Gegenteil sie schonen sogar das Firmen-Budget. Da die oft falschen Baumaßnahmen in der Vergangenheit sich in den meisten Fällen ähneln, geht die Analyse vor Ort recht zügig vonstatten und das Akustik-Happy-End lässt nicht lange auf sich warten.

Die Aufgabe:

Es wurde zusehends enger und enger, weitere Büroräume nicht mehr in Sicht und irgendwie platzte mittlerweile alles aus allen Nähten. Die Geschäftsführung musste endlich handeln. Nach dem Umbau stehen hier schicke Großraumbüros der neuesten Art. Mehr noch: 20 neue Arbeitsplätze sollten noch dazu kommen. Summa summarum würden in absehbarer Zeit 65 Mitarbeiter im angeregten Kundendialog tätig sein, so der Plan des Unternehmens. Sich den modernsten Gegebenheiten anpassen, darüber sei man sich im Klaren, aber, man wisse auch, es gehe hierbei lediglich um Telefonarbeitsplätze, hörte man von ganz oben.

Nach dem feierlichen Einzug jedoch war allerdings gar nichts mehr zu hören, außer einem Lärmpegel, den man so noch nie wahrgenommen hatte. Der daraus entstehende Nachhall führte schließlich zu Stress, sinkender Leistungsfähigkeit und, weitaus beunruhigender, die Krankheitsmeldungen der Mitarbeiter häuften sich. Der Mensch kann sich an vieles gewöhnen, Geräusche sogar ausblenden. Bei Sprache funktioniert das nicht. Dies führt zu Auswirkungen, die im Unternehmen eindeutig unterschätzt wurden.

Nun galt es, Antworten auf dieses Problem zu finden. Die weise Wahl fiel letztendlich auf das Team der AkustikExperten, die nun ein Konzept erstellten, den lärmbedingten Einflüssen effizient entgegenzuwirken, um ein perfektes Zusammenspiel von Mensch und Arbeitsmitteln zu gewährleisten.

Die Analyse:

Ein Termin war schnell ausgemacht und so machte sich die Crew der AkustikExperten auf den Weg, um vor Ort eine sog. IST-Situation als auch den Nachhall zu ermitteln. Tägliche Arbeitsabläufe sowie die Bedürfnisse der Mitarbeiter sind ein weiterer wesentlicher Faktor, denn der Mensch darf bei allem technischen Equipment nicht ignoriert werden.

Obwohl das Unternehmen Headset-Modelle der neuesten Generation einsetzte, teilweise sogar mit ANC-Mikrofonen, wurde den AkustikExperten binnen weniger Minuten klar, dass alleine diese technischen Lösungen die gewaltige Geräuschkulisse nicht eindämmen werden

Am Ende der Akustik-Analyse war das Notizbuch prall gefüllt.

Unter anderem war darin Folgendes zu lesen:

  • Mitarbeiter beklagten sich,
    dass sie immer lauter sprechen müssen, um verstanden zu werden
  • selbst Kollegen*innen, die weiter weg sitzen, höre man deutlich
  • das Maß an Anstrengung, sich gegen diese Geräuschkulisse zu behaupten,
  • sei zu hoch
  • in die neue, moderne Architektur wurde zu viel Glas, Beton,
    Metall bzw. Stein verbaut, sog. schallharte Materialien
  • auf Teppiche wurde weitgehend verzichtet
  • die Trennwände aus Plexiglas zeigten nicht die gewünschte,
    da sie den Schall stärker reflektieren,
    dadurch dauern Nachhallzeiten länger an,
    Sprechlautstärke nimmt unweigerlich zu

ProCom Bestmann: Runter mit dem Geräuschpegel

Die Lösung:

Das Ziel der AkustikExperten war kristallklar definiert: Die kontinuierliche Reflexionen von Schallwellen (Nachhall) in einem geschlossenen Raum zu mindern.

Headset-Technologien, selbst der neuesten Generation, stoßen da an ihre Grenzen.

Der hauseigene „VoiceCoach“ hingegen, eine Sprachampel zur Überprüfung der eigenen Sprechlautstärke, hielt man dennoch für zwingend notwendig. Damit sich Schallwellen nicht unkontrolliert im Raum bewegen können bzw. ständig reflektiert werden, benötigt man absorbierende Materialien, soviel stand fest. Mittels professioneller Messung der Nachhallzeit wird zuallererst der IST-Zustand der betreffenden Räumlichkeiten ermittelt. Anschließend erfolgt die optimale akustische Auslegung der Lokalitäten.

Wenn diese beiden Phasen abgeschlossen, beginnt die Visualisierung des Raumkonzeptes. Hier spielen Decken, Wände, Böden (mit und ohne Teppich) bei der final, optimalen Akustiklösung eine entscheidende Rolle. Folgende Details wurden schließlich dem Unternehmen unterbreitet:

  • Einsatz der Sprachampel „VoiceCoach“ zur Selbstkontrolle der eigenen Sprechlautstärke während des Telefonats
  • Installation von schallabsorbierenden Akustikbildern

ProCom-Bestmann: Schall absorbierende Elemente

  • Trenn- bzw. Stellwände sowohl in Reihe als auch über Eck verbunden
    (auf Standfüßen, mit oder ohne Rollen montiert)

ProCom-Bestmann: Trennwände, Stellwände

  • Platzierung von aktiven Bassabsorber-Säulen mit integriertem SoundMasking innerhalb der Arbeitsgruppen
  • Gebrauch von Akustikdecken / Akustiksegeln sowie vereinzelten Tischaufstellern

ProCom-Bestmann: Akustikdecken / Akustiksegel

Bis hin zur Offerte soweit alles kostenfrei für alle Umstehenden. Ferner wurde dem Unternehmen der Vorschlag unterbreitet, alle empfohlenen Maßnahmen auf ihre Wirkung im Zusammenspiel direkt an den betroffenen Arbeitsplätzen zu testen.

Für die Installation der Bemusterung in Teilbereichen des Raumes erhielt der Kunde ein Angebot zur Deckung des Arbeitsaufwandes, mit der Option, bei Erteilung des Gesamtauftrags, diesen zu verrechnen. Die Überraschung war groß und die Firma willigte überzeugt ein. Die Empfehlungen erwiesen sich kurze Zeit später als Volltreffer, so dass der mehr als zufriedene Kunde die komplette Durchführung durch die AkustikExperten wünschte.

Das Fazit:

Entscheidend bei der richtigen Auswahl sind die Belange der Anwender, um so ihren Beitrag in eine perfekte Arbeitswelt zu leisten. Daher ist eine Beratung nebst Teststellung unsere klare Empfehlung. Gerade im Bereich der Akustik sind die Optimierungen sofort hör- und spürbar.

Der Geräuschpegel sinkt und die Behaglichkeit der Mitarbeiter steigt.

Autor: 

Jens Bestmann

Jens Bestmann, ProCom-Bestmann

Jens Bestmann, 1974 geboren in Hannover, verheiratet und Vater von drei Kindern, ist Inhaber von ProCom-Bestmann und zählt seit 24 Jahren zu den gefragtesten Headset- und Akustik-Experten Deutschlands. Als gelernter Büroinformationselektroniker machte er berufsbegleitend den Abschluss zum Betriebswirt.